A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Geschichte Fuerteventuras

Auf die Idee Fische zu fangen, kam man erst im 15. Jahrhundert

Wie es sich für eine Insel gehört, gehörte die Insel jedem mal. Die Ureinwohner haben dies nicht überlebt. Die erste Besiedlung fand ca. 3.000 v Chr. statt, als afrikanische Berber sich mit Booten aufmachten über die Meerenge zwischen dem Kontinent und Fuerteventura. Eine kluge Landwirtschaft und Viehzucht hielt sie am Leben. Aus diesem Grund sind heute noch ein Großteil aller alten Ortschaften im Inneren der Insel befindet. Über mehrere Jahrhunderte galt Fuerteventura als die Kornkammer der Kanaren. Wichtige Wirtschaftszweige waren der Handel mit Ziegenfleisch und der Anbau von Hülsenfrüchten. Fuerteventura war vermutlich an vielen Stellen grün und sogar bewaldet zu jener Zeit. Die heute Guanchen genannten Ureinwohner hinterließen nicht viel. Einige Inschriften, die man heute noch auf der Insel finden kann und Spuren in der Kultur, Sprache und Traditionen der Majoreros zeugen von ihnen. Sie hatten immerhin fast 42 Jahrhunderte ziemlich Ruhe trotz phönizischer Seefahrer. Wenn man von Scharmützeln untereinander einmal absieht. Denn es gab auf der eher kleinen Insel immerhin zwei Königreiche. Das Königreich Maxorata im Norden der Insel und das Königreich Jandia im Süden Fuerteventuras.

Im Mittelalter beginnt die wechselvolle Geschichte der Eroberung Fuerteventuras
Sklavenjäger, Goldsucher und europäische Händler gingen mit den Einheimischen mischten die Insel auf. Aber spätestens mit Beginn des 15. Jahrhunderts sollten sich mit Jean de Bethencourt die Herrschaftsverhätlnisse auf Fuerteventura zum ersten Mal fundamental ändern. Bethencourt und Gadifer de la Salle kolonialisierten im Zeitgeist der Europäischen Großmächte die Insel für die spanische Krone. Der Name der alten Inselhaupstadt Betancuria bezeugt diese Zeit, hier im Zentrum der Insel, entstanden die ersten spanischen Siedlungen; Franziskaner Mönche gründeten das Kloster San Buenaventura. 1514 erhielten die Bewohner der Kanarischen Inseln spanisches Bürgerrecht.

Anfang des 16. Jahrhunderts eroberten erstmals Piraten die alte Inselhauptstadt Betancuria. Die Stadt wurde erobert und dann zerstört. Viele Inselbewohner wurden als Sklaven verschleppt. Piratenüberfälle und hohe Besteuerung der Getreideexporte machten den Menschen das Leben so schwer, dass im 17. Jahrhundert fast zwei Drittel der damaligen Inselbewohner auswanderten. Von über 3000 Menschen blieben gerade einmal 1.000 auf Fuerteventura. 

Die Festungstürme von El Cotillo und Caleta de Fuestes
Die britischen Korsaren griffen die Insel im Jahr 1740 erneut an. Zum Schutz entstanden in dieser Zeit an den Küsten von El Cotillo und Caleta de Fustes die heute noch sichtbaren Festungstürme. Ende des 18. Jahrhunderts entspannte sich die Lage etwas. Die Bevölkerungszahl Fuerteventuras stieg wieder auf über 3.000 an. Die wichtigsten Wirtschaftsquellen dieser Zeit waren die wild wachsende Sodapflanze und gebrannter Kalk. Bis zum 19. Jahrhundert blieb Fuerteventura im Privatbesitz der spanischen Krone. Später wurde die Insel in die spanische Provinz der Kanaren eingegliedert.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Antigua die neue Inselhauptstadt. In dieser Zeit begann die Zucht und der Handel mit der Schildlaus Larve, deren roter Farbstoff Karmin ein wichtiges Exportgut war. Ende des 19. Jahrhunderts erklärte Königin Isabella II die Kanarischen Inseln zur Freihandelszone. Diesen Statuts haben die Inseln auch heute noch. 1860 wurde das bis dato unbedeutende Puerto de Cabras zur Inselhauptstadt ernannt. Der Ort ist bis heute die Hauptstadt Fuerteventuras und heißt seit 1956 Puerto del Rosario. Und ehrlicherweise ist seitdem nicht besonders viel passiert. Wenn man mal vom Toursimus absieht. Aber das,… das ist eine andere Geschichte.