Ein Besuch in den schwarzen Höhlen von Ajuy auf Fuerteventura

Die schwarzen Höhlen von Ajuy waren angeblich ein Rückzugsort für die berüchtigten Piraten, die auf Fuerteventura gewütet haben. Ob das stimmt, ist schwer zu sagen. Fakt ist: In den Gewässern rund um Fuerteventura war niemand sicher vor Freibeutern. Fakt ist ebenso, dass die Höhlen ein perfektes Versteck abgäben. Heute ist der Küstenabschnitt rund um die Piratenhöhlen von Ajuy als Naturpark “Monumento National de Ajuy” ausgewiesen und - zusammen mit dem Felsentor Pena Horadada eine wichtige Sehenswürdigkeit an der Westküste.

Die Kalkbrennöfen und schwarze Höhlen

Wie auf allen Kanarischen Inseln auch sind auch auf Fuerteventura deutlich die Spuren der vulkanischen Vergangenheit auffindbar. So wird auch die wilde Westküste der Insel von schwarzen, bizarr geformten Lavagestein geprägt. Eine Besonderheit findet sich jedoch am rauen Playa de Muertos in Ajuy. Auf der Südseite der Bucht ragt das schwarze Lavagestein in den blauen Himmel auf. Auf den ersten Blick alles wie immer also. Doch halt: Auf der Nordseite sind die Felswände mit einer hell leuchtenden, gut sichtbaren Kalkschicht durchzogen und bilden einen wunderbaren Kontrast zu blauem Meer und schwarzen Klippen. Die Kalkschichten stammen eigentlich vom Meeresgrund und sind Millionen von Jahre alt. Durch die Tektonik und den Vulkanismus sind sie über die Jahrmillionen an die Oberfläche gewandert und beinhalten sogar Fossilien längst ausgestorbener Arten. Der aufgewühlte Atlantik und Regenwasser haben tiefe Risse in den Kalk gewaschen und eine bizarre Landschaft geformt. Die Bewohner von Ajuy haben die Kalkvorkommen jahrhunderte lang als Anstrich für die ihre Häuser genutzt. Am besten lassen sich die Überreste der ehemaligen Kalkbrennöfen - 12 Meter tiefe in den Boden gegrabene Schächte - vom Mirador de Ajuy entdecken. Eine ehemalige Hafenmole, von der der Kalk sogar auf andere Inseln der Kanaren verschifft wurde, unterhalb der Öfen wurde schon lange vom Meer verschluckt. Der ganze Küstenabschnitt ist als Naturpark Monumento National de Ajuy” geschützt und mit schönen Wanderwegen gespickt. Ein Pfad führt zu einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit, den Las Cuevas de Ajuy (oder auf Deutsch: den Höhlen von Ajuy). Auf steilen Treppen kann man zu den wellenumtosten Höhlen hinabsteigen. Der Legende nach dienten die zwei großen Höhlen einst den befürchteten Piraten Fuerteventuras als Rückzugs- und Lagerraum.

Rund um Ajuy tobten die Piraten!

Die Höhlen befinden sich in der Caleta Negra, der schwarzen Bucht. Die weißen Kalkschichten sind hier nicht mehr zu sehen. Steil abfallende Felsen und die tosende Brandung des Atlantiks machen diesen Ort und seine Atmosphäre so besonders. Dabei ging es hier vor Jahrhunderten weniger beschaulich zu. Noch heute deutet der Name des Strandes von Ajuy - Playa de Muertos bedeutet Strand der Toten - auf die “Aktivitäten” der Piraten von Ajuy. Was an den Schauergeschichten über die Piraten wirklich dran ist, kann keiner so richtig sagen. Angeblich nutzen Piraten Ajuy als Ausgangspunkt für Überfälle auf die alte Inselhauptstadt Betancuria. In den Höhlen sollen die Piraten dann ihr Diebesgut versteckt und gehortet. Angesichts der beeindruckenden Dimensionen der Höhlen durchaus vorstellbar. Immerhin ziehen sich die Höhlen bis zu 600 Meter in das schwarze Lavagestein.


Fazit

Ajuy und die Piratenhöhlen kann man gut mit einem normalen Mietwagen erreichen und Sie benötigen hierfür keinen Geländewagen. Folgen Sie einfach der kleinen Landstraße, FV-621, von Pájara nach Ajuy. Sehr gut als Tagesausflug an die wilde Westküste inklusive dem oft menschenleeren Strand Playa de Garcey, an dem die Überreste der American Star liegen, geeignet!