Fuerteventura im Schnelldurchlauf

Insel des ewigen Frühlings

Fuerteventura polarisiert. Die eine Fraktion antwortet prompt, wenn sie Fuerteventura beschreiben soll: viel zu windig, zu karg, total überlaufen, voller hässlicher Betonburgen… Gleichzeitig trifft man sehr viele Liebhaber der Insel, die seit Jahren regelmäßig wiederkommen und sich keinen schöneren Ort vorstellen können. Was ist also dran an den Klischees? Das wohl wichtigste Besuchsargument, auf das sich alle einigen können, zuerst: Auf Fuerteventura, der zweitgrößten Insel der Kanaren, fallen die Temperaturen auch im Winter selten unter 20 Grad. Deswegen wird die Insel, die nur 100 km vom afrikanischen Kontinent entfernt liegt, weitläufig als die “Insel des ewigen Frühlings” bezeichnet. Das Klima macht Fuerteventura einfach liebenswert. Sonnenverwöhnt, kaum Niederschläge und eine Lufttemperatur, die sich zwischen 28 Grad im Sommer und rund 20 Grad im Winter, bewegt, locken Besucher ganzjährig auf die Insel. Die meisten Sonnenstunden (mehr als 3.000 h/Jahr!) finden sich übrigens am Nord- und Südzipfel. Dazu kommt eine angenehme Wassertemperatur - je nach Jahreszeit von 18 bis 24 Grad. Der kräftige Passatwind ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen sorgt er für die nötige Abkühlung, zum anderen kann er am Strand ziemlich lästig sein - es sei denn man ist Kitesufer. Nicht umsonst findet jeden Sommer die Kite-Surfweltmeisterschaft in Costa Calma statt. Dabei ist der Name “ruhige Küste” - so die deutsche Übersetzung von Costa Calma etwas irreführend. Das “calma” bezieht sich auf die Wellen und nicht auf den Wind… Wem der Süden zu windig ist, findet im Nordosten rund um Corralejo und El Cotillo geschütztere Orte.

Strandparadies und noch vieles mehr

Auf den ersten Blick erscheint Fuerteventura als unwirtlicher Ort (siehe “zu karg”). Sie ist die älteste der Kanarischen Inseln und durch gigantische Vulkanausbrüche geprägt. Aber im Gegensatz zu den Nachbarinseln gab es in der näheren Vergangenheit keine Ausbrüche mehr - dementsprechend verwittert ist die Landschaft. Nur wenige Tiere und Pflanzen haben sich an die karge Landschaft und harten Lebensbedingungen angepasst und können hier überleben. Dies gilt aber nicht für alle Regionen und es gibt saisonale Schwankungen. In den Wintermonaten verwandelt  der wenige Regen die karge Landschaft sogar kurzzeitig in ein Blütenmeer. Gleichzeitig haben die unglaubliche Weite der Landschaft und die kontrastreichen Schattierungen des allgegenwärtigen Lavagesteins ihren ganz eigenen Charme. Bekannt ist Fuerteventura sicher für die herrlichen Strände, welche - jede für sich - einen sehr unterschiedlichen Charakter haben und durch kristallklares Wasser punkten. Strand-Enthusiasten kommen bei über 100 km Sandstrand voll auf ihre Kosten. Den abwechslungsreichsten findet man in Esquinzo. Mit seinem Mix aus Sand, Steinen, Felsen und Buchten lädt zum Baden und Wandern ein. Für die, die Abgeschiedenheit lieben, sei der der Strand von Cofete, auf der Halbinsel Jandia gelegen, genannt. Auch wenn Fuerteventura sicher kein Geheimtipp ist und es insbesondere in Corralejo auch mal etwas rummelig zu gehen kann, findet man man immer wieder ruhige und beschauliche Orte. Kleine, nur auf Schotterpisten erreichbare, Badebuchten an der Westküste und Bergdörfer können mit dem Mietwagen entdeckt werden. Dabei ist insbesondere das Inselinnere zum Teil menschenleer. Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist die spektakuläre Unterwasserwelt. Ein Bootsausflug entlang der Küste oder zur unbewohnten Insel Los Lobos inklusive Schnorchel-Stopp ist dafür am besten geeignet. Mit etwas Glück sieht man auf diesen Ausflügen auch Delfine oder Meeresschildkröten.

Fazit: Fuerteventura ist wesentlich mehr als die karge Vulkanlandschaft im ersten Moment suggeriert. Mit etwas Entdeckerdrang kann man die unterschiedlichen Gesichter der Insel entdecken und findet unberührte Orte, die nicht gleich auf der ersten Seite des Reiseführers auftauchen. Das Wetter jedenfalls sollte dabei kein Hinderungsgrund sein...