Die Villa Winter auf Fuerteventura

Was ist dran an den Geheimnissen um die sagenumwobene Villa Winter? Zugegeben, U-Bootbunker und Co hören sich eher unwahrscheinlich an, aber so richtig weiß keiner genau, was es mit dem Landhaus in der kargen Landschaft im Süden der Insel auf sich hat. Aber Moment, vielleicht kann Wolfgang ja weiterhelfen...

Die legendäre Villa Winter auf Fuerteventura

Ganz im Süden Fuerteventuras liegt die wilde Halbinsel Jandia. Bekannt für ihre endlosen Sandstrände, dem einsamen Südwestkap Punta de Jandia und den höchsten Berg der Insel ist sie auf jeden Fall einen Ausflug wert. Inmitten der kargen Landschaft befindet sich hier auch die sagenumwobene Villa Winter. In der Nähe des kleinen Dorfes Cofete überragt das Landhaus mit dem massiven runden Turm die Umgebung. Das zweigeschossige Gebäude mit seinen Rundbögen fällt architektonisch etwas aus dem Rahmen und hat so gar nichts mit der typischen kanarischen Bauweise zu tun. Vielmehr erinnert es an die stattlichen Villen, wie man sie aus der Toskana kennt. Eine holprige Schlaglochpiste führt zu dem abgelegenen Landhaus und nur wenig ist über seine Geschichte bekannt. Umso mehr ranken sich Legenden, Gerüchte und Anekdoten um die Villa Winter! Und die Bandbreite ist wirklich beeindruckend: So soll es ein unterirdisches Bunkersystem geben, welches das Haus mit dem Meer verbindet. Deutsche U-Boote sollen dann während des 2. Weltkrieges hier aufgetankt haben. Und was verbirgt sich hinter den angeblichen Überresten eines Flugfeldes? Angeblich eine Zwischenstation für Nazi-Verbrecher auf der Flucht nach Südamerika. Zu guter Letzt auch noch ein versteckter Goldschatz.

Der perfekte Rahmen für Verschwörungstheorien und Geschichten

Fakt ist, dass das Landhaus von Gustav Winter gebaut wurde. Wann ist wiederum nicht ganz klar. Vermutlich irgendwann in den 1940er Jahren. Der aus dem Schwarzwald stammende Geschäftsmann gab in einem Interview mal das Jahr 1958 als Baubeginn an. Sicher auch ein Grund für die vielen Spekulationen. Schon in den 1930er Jahren unterschrieb Don Gustavo (so wurde er von den Einheimischen genannt) einen Pachtvertrag für die gesamte Halbinsel Jandia. Was er genau vor hatte, bleibt wieder einmal im Dunkeln. Ob Zementwerk, Fischfabrik oder einfach nur Ziegen in der kargen Landschaft züchten, man weiß es nicht. Schon vorher war der umtriebige Gustav Winter auf den Kanarischen Inseln aktiv: In den 1920er Jahren hat er sich am Bau des Elektrizitätswerks auf Gran Canaria beteiligt. Seine Geschäfte auf der Insel lassen sich nicht richtig nachvollziehen und tragen natürlich auch zur Legendenbildung bei. 1971 starb Gustav Winter und nahm seine Geheimnisse mit ins Grab. Heute beherbergt die Villa Winter ein wild zusammengewürfeltes durchaus interessantes Museum, das von den heutigen Bewohnern der Villa geführt wird und besichtigt werden kann (ein kleines Trinkgeld ist immer willkommen).

Fazit: Vermutlich kennt Wolfgang die “ganze Wahrheit”. Schon seit Jahren lebt es als Wanderführer auf Fuerteventura und kennt die meisten der Legenden. Christof ist mit ihm schon mehrfach unterwegs gewesen. Aber wenn Sie wirklich alles aus erster Hand wissen wollen, dann sprechen Sie mit Ihm am besten direkt. Auf einer seiner Wanderungen durch die atemberaubende Landschaft der Halbinsel Jandia und natürlich auch zur Villa Winter.