Die America Star auf Feurteventura

Über viele Jahre lag das Wrack gut sichtbar nur wenige Meter von der Küste entfernt. Das Ergebnis war eine weitere Sehenswürdigkeit für Fuerteventura! Wind und Wellen haben den Überresten jedoch stark zugesetzt und heute sind nur noch bei ruhigem Wellengang einige Metallteile zu sehen. Ein Ausflug ist der schroffe Küstenabschnitt zwischen La Pared und Ajuy aber allemal wert.

Die Geschichte der American Star

Am 15. Januar tobte einer der gefürchteten Winterstürme mit Windstärke 11-12 und entsprechend hohen Wellengang rund um die Kanarischen Inseln. Keine guten Rahmenbedingungen um ein altersschwaches Kreuzfahrtschiff abzuschleppen. Genau das aber versuchte ein ukrainischer Schlepper: Die legendäre American Star sollte eigentlich nach Thailand geschleppt werden, um da als schwimmendes Hotel vor Phuket zu dienen. Das immerhin schon 1939 gebaute Kreuzfahrtschiff hat eine bewegte Vergangenheit. Nach kurzen Ausfahrten als Urlaubsdampfer wurde es - nach dem Kriegseintritt der USA - von der U.S. Navy als Truppentransporter genutzt und hat über 350.000 Soldaten befördert. Den Krieg überstand sie unbeschadet und wurde danach wieder als Kreuzfahrtschiff eingesetzt. Mal für luxuriöse Reisen, aber auch als Auswandererschiff für Emigranten von England nach Australien. Dann die fatale letzte Fahrt. Die kürzeste Route wäre durch den Suez-Kanal gewesen. Die Eigner wollten aber Geld sparen und Afrika umrunden. Dann geriet der Schleppverband in den besagten Wintersturm. Am 17. Januar rissen wegen des hohen Seegangs die Schleppleinen - gerade als sich der Schlepper und die American Star vor der Westküste Fuerteventuras befand. Dem Spiel aus Seegang und der Wind hilflos ausgesetzt, strandete das stolze Schiff schließlich auf einer Sandbank ein paar Meter vor dem Playa de Garcey. Wenige Tage nach dem Unglück enterten Einheimische die American Star. Die mitgenommenen Andenken kann man heute in der Bar El Naufragio in Puerto de la Cruz bewundern. Schon kurz danach brach das Wrack in zwei Teile und nur doch der vordere Teil war noch zu sehen. 2007 versank auch dieser im Atlantik. Heute sind bis auf ein paar Metallteile, die bei Ebbe aus dem Wasser ragen, nichts mehr von der American Star zu sehen.

Das Wrack liegt an Fuerteventuras wilder Westküste

Der abgelegenen Strand Playa de Garcey, an dem die Überreste der American Star liegen, ist alles andere als ein Badeparadies. Schon bei ruhigem Wetter erübrigen sich beim Anblick der Brandung alle Gedanken ans Baden. Die Westküste bietet viele schöne, einsame Strände, die vom Tourismus so gut wie gar nicht erschlossen sind, da der Atlantik hier einfach zu wild ist. Entsprechend menschenleer sind die Strände und die Landschaft ist hier weitestgehend unverbaut. Nur ein paar Surfer suchen an der Westküste nach der perfekten Welle.

FAZIT: Auch wenn vom Kreuzfahrtschiff American Star so gut wie gar nichts mehr übrig ist, lohnt sich ein Ausflug in den wilden Westen Fuerteventuras. Nirgends ist findet man mehr unberührte (und unverbaute) Natur als an der von den Wellen des Atlantiks umtosten Westküste.