Das Segelrevier Fuerteventura

Insel mit langer nautischer Tradition

Die Kanarischen Inseln spielten eine zentrale Rolle bei der Entdeckung Amerikas. Dabei machten sich die ersten Atlantiküberquerer den hier  ständig präsenten Passatwind zu nutze. Die Inselgruppe war eine wichtige Zwischenstation für viele Atlantiküberquerungen. Auch Christopher Kolumbus legte hier - eher unfreiwillig - einen längeren Aufenthalt ein. Den Zwischenhalt verdankt die Expedition einem Bruch des Steuerruders auf der Pinta, einem der Begleitschiffe der berühmten Santa Maria. Nach einem Monat konnte es für die drei Schiffe schließlich weitergehen. Der Zwischenstopp auf der Reise in die Neue Welt diente vor allen Dingen dem Auffüllen der Vorräte. Auch gut 500 Jahre später folgen die meisten Atlantiküberquerer der klassischen Passatroute. Diese führt über die Kanarischen Inseln runter bis zu den Kapverden. Ab hier wird dann der Kurs auf West gesetzt, um den Passatwind optimal nutzen zu können. Der Inselname Fuerteventura lässt einen direkten Bezug zum beständig wehenden Wind vermuten. So wird Fuerteventura gelegentlich mit “heftig wehender Wind” übersetzt. Eine andere Fraktion neigt aber zu einer anderen Deutung und übersetzt “ventura” mit Glück. Wie auch immer… Fakt ist, dass Fuerteventura aufgrund der einmaligen Windbedingungen zahlreiche Wassersportler magisch anzieht. So ist die Südostküste ein Mekka für Kite- und Windsurfer und Segler, die hier ganzjährig ideale Bedingungen vorfinden.

Entwicklungsland mit perfekten Windbedingungen

Der konstante Passatwind macht Fuerteventura zum interessanten Segelrevier. Während die perfekten Windbedingungen in den einschlägigen Segelforen gefeiert werden, stöhnen erfahrene Skipper über die Infrastruktur. Es gibt nur eine überschaubare Anzahl an Marinas. Diese sind dann zumeist nur dürftig ausgestattet. Auch geschützte Ankerplätze sind rar und starker Wind und Schwell machen das Ankern auch noch häufig ungemütlich. Die wenigen Marinas liegen auf der Ostseite, während es an der an der West- und Nordwestseite praktisch gar keine Optionen gibt. Andererseits hat das auch seine gute Seite: In den Marinas auf Fuerteventura geht es eher gemütlich zu. Wer die Häfen in der Adria kennt, freut sich über die wenigen anderen Boote die hier festmachen. Die Hafenmeister sind zumeist sehr entspannt und in der Nähe finden sich immer schöne Badestrände und gemütliche Restaurants. Es muss ja aber auch nicht gleich das eigene Boot sein. Ob Katamaran-Ausflug oder Mitsegeln auf einer Rennyacht, auf Fuerteventura bieten erfahrene Skipper verschiedene Tagesausflüge entlang der traumhaften Küste an. Hier kann man aus erster Hand die Faszination des Segelns erleben - inklusive Delfinen, die in der Bugwelle surfen.

Fazit: Fuerteventura bietet die perfekten Bedingungen fürs Segeln und zumeist bleibt noch Zeit für einen Badestopp entlang der Küste...